Flache Granithalbinsel mit Steinmauern und einzelnen Gebäuden, dahinter die windige Bucht und kahle Hügel

Sehenswertes · Am Hafen

Haifischinsel

Wer nichts weiß, sieht einen flachen Felsrücken vor der Stadt, einen Leuchtturm und das Wasser der Bucht. Auf diesem Stück Land starben zwischen 1905 und 1907 mehr als tausend Menschen. Sie waren Gefangene in einem deutschen Konzentrationslager.

Foto: Depositphotos

Die Haifischinsel (Shark Island) war früher eine Insel in der Lüderitzbucht. Mit dem Festland verbunden haben sie die Gefangenen selbst: Ab September 1906 ließ das Hafenamt sprengen und aufschütten. Im Völkermord an den Herero und Nama betrieb die deutsche Kolonialmacht hier ein Konzentrationslager, laut englischer Wikipedia von März 1905 bis April 1907. Die deutsche Wikipedia zählt Lazarett und Internierungslager mit und kommt auf 1904 bis 1912. Zuerst kamen Herero aus Keetmanshoop, ab August 1906 Nama, Ende 1906 waren es rund 2.000. Sie mussten an Bahn und Hafen arbeiten. Es gab Folter, Vergewaltigungen und Hinrichtungen, Schädel von Toten wurden zu „Forschungszwecken“ nach Berlin geschickt. Der Nama-Führer Cornelius Fredericks starb hier im Februar 1907.

Konzentrationslager, laut englischer Wikipedia
1905 bis 1907
Tote laut Wikipedia
1.032 bis 3.000
nationaler Gedenkort
2019
nationaler Gedenktag für den Völkermord
28. Mai

Die Zahl der Toten nennen die Quellen als Spanne. Die Wikipedia-Artikel zur Haifischinsel und zum Lager sprechen von 1.032 bis 3.000 Toten. Der deutsche Artikel über Lüderitz schreibt, von rund 2.000 Gefangenen hätten nur etwa 450 überlebt. Nach den Akten waren bis März 1907 bereits 1.203 Nama tot, und mit den übrigen Lagern an der Lüderitzbucht könnten es laut englischer Wikipedia mehr als 4.000 gewesen sein. Seit Oktober 2015 nennt das Auswärtige Amt die Verbrechen offiziell Völkermord. Seit dem 15. Februar 2019 ist die Haifischinsel nationaler Gedenkort Namibias. Ein Denkmal erinnert an Cornelius Fredericks und die anderen Opfer. Den Campingplatz, den der staatliche Betreiber NWR hier führte und gegen den Nachfahren der Opfer protestierten, gibt es nicht mehr. Ende 2025 hat NWR sich zurückgezogen, zuständig ist jetzt der National Heritage Council.

Dauer
eine halbe bis eine Stunde
Kosten
vor Ort erfragen
Wann
Zugang vor Ort erfragen
Von der Felsenkirche
1,5 km

Unser TippBehandle die Haifischinsel wie einen Friedhof, denn für die Nachfahren der Opfer ist sie einer. Ob und wann du auf die Halbinsel kommst, fragst du vorher in deiner Unterkunft nach.

Haifischinsel: häufige Fragen

Was ist auf der Haifischinsel in Lüderitz passiert?

Auf der Haifischinsel (Shark Island) in Lüderitz betrieb die deutsche Kolonialmacht laut englischer Wikipedia von 1905 bis 1907 ein Konzentrationslager für Herero und Nama. Die Gefangenen mussten Zwangsarbeit leisten, laut Wikipedia starben zwischen 1.032 und 3.000 Menschen.

Kann man auf der Haifischinsel noch campen?

Nein. Der Betreiber NWR hat sich Ende 2025 von der Haifischinsel in Lüderitz zurückgezogen, der Ort ist nationaler Gedenkort und wird vom National Heritage Council verwaltet.

Seit wann ist die Haifischinsel ein Gedenkort?

Die Haifischinsel in Lüderitz ist seit dem 15. Februar 2019 nationaler Gedenkort Namibias. Ein Denkmal erinnert an den Nama-Führer Cornelius Fredericks und die anderen Opfer.